Mongolei

   


Geographie / Klima:

Die Mongolei ist ein dünn besiedeltes Steppen-, Hochgebirgs- und Wüstenland. Aufgrund der starken Kontinentalität des Klimas schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres sehr stark: Im Winter liegen die durchschnittlichen Temperaturen bei -25 C°, im Sommer bei +20 C°. Die Jahreniederschlagsmenge liegt nur knapp über 200 mm.
Die Mongolei ist in 20 Aimaks (Provinzen) und in 1 Chot (Stadt) gegliedert. Ein Aimak gliedert sich in Sum (vergleichbar Landkreisen), diese wiederum in Bag (vergleichbar mit Gemeinden). Es existieren 329 Sum, die sich in 1.620 Bag untereilen.
 

Bevölkerung:

Die große Mehrheit der Bevölkerung der Mongolei, ca. 85%, gehört zum Volk der Mongolen. Außerdem leben im Lande Kasachen und Angehörige anderer Länder. Das Bevölkerungswachstum der Mongolei beträgt 2,2 Prozent. Die Alphabetisierung unter Erwachsenen liegt nach Angaben der UN bei über 98 Prozent.
Die größte Glaubensrichtung ist der tibetische Buddhismus (Lamaismus). Die Kasachen in der westlichen Mongolei sind Anhänger des Islam.
 

Politisches System:

Parlamentarische Republik; Verfassung von 1992. Staatsoberhaupt: für 4 Jahre vom Volk gewählte Präsident (seit 1997 Nazagijn Bagabandi). Parlament: Großer Staatshural mit 76 Abgeordneten, welches alle 4 Jahre vom Volk gewählt wird. Das Parlament bestimmt den Premierminister und die Minister. Parteien: Mongolische Nationaldemokratische Partei, Mongolische Revolutionären Volkspartei, Mongolische Sozialdemokratische Partei und Mongolische vereinigte Traditionelle Partei. Das Staatsgebiet ist in Aimaks gegliedert. Ein Aimak besteht aus mehreren Somonen. Ein Somon setzt sich aus mehreren Bags zusammen.
 

Wirtschaft / Verkehr:

Die Wirtschaft der Mongolei besteht vornehmlich aus Agrarwirtschaft (Getreide, Kartoffeln, Gemüse; traditionell: Fleisch, Milch, Schafwolle). Bodenschätze sind unter anderem Kohle, Erdöl, Silber und Gold. Das Wirtschaftssystem befindet sich in der Übergangsphase von einer zentral gelenkten Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlichen System. Die Transsibirische Eisenbahn führt vom russischen Ulan-Ude durch die Mongolei nach Peking. Die Bahn in der Mongolei verfügt nur über wenige Stichstrecken in die Industriezentren. In fast jedem Aimak-Zetrum gibt es einen Regional-Flugplatz. Internationaler Flugplatz ist Bujant Uchaa, ca. 17 km westlich von Ulaanbaatar.
 

Natur und Umwelt:

Die Mongolei ist ein überwiegend abflußloses Hochland. Es erstreckt sich Norden von dem Nadelwaldgürtel der sibirischen Taiga bis zum asiatischen Wüstengürtel im Süden. Das großräumige Hochland ist im Westen von Gebirgssystemen begrenzt und umschlossen. 85% der Fläche liegen mehr als 1.000 m über dem Meeresspiegel. Auch im Südosten halten Gebirge klimamildernde Einflüsse ab. Die Mongolei hat ein extremes Kontinentalklima mit außerordentlich kalten und trockenen Wintern. Schnee fällt selten. Zwischen Oktober und März verhindert ein langanhaltenes Hochdruckgebiet über der nördlichen Mongolei den Zugang von warmfeuchter Luft. Die mittleren Januartemperaturen liegen in der Regel bei minus 20 Grad Celsius. In manchen tiefer gelegenen Gebieten können Temperaturen bis minus 50 Grad auftreten. Der Boden ist im Winter tief gefroren, da die Niederschläge in Form von Schnee fast ganz fehlen. Der kurze Sommer mit seinen warmen Tagen aber auch kühlen Nächten - die mittlere Julitemperatur beträgt zwischen 18 Grad Celsius im Norden und 26 Grad im Süden - vermag den Boden nur oberflächlich aufzutauen. Nirgendwo sonst in der Welt erstreckt sich der Dauerfrostboden so weit nach Süden wie in der Mongolei, wo er bis südlich von Ulaanbaatar reicht. Ulaanbaatar liegt breitengradmäßig südlicher als München. Der Süden der Mongolei etwa befindet sich auf dem gleichen Breitengrad wie die französische Riviera. Von Norden nach Süden nehmen die Niederschläge und damit auch die Üppigkeit der Vegetation ab. Nur im Norden kann man in bescheidenem Umfang Landwirtschaft betreiben. Die Gebirge haben dort in der Höhe eine alpine Flora. Am Fuße wachsen Nadelwälder mit Fichten-, Tannen und Kiefernarten. Daran schließt sich in südlicher Richtung eine Waldsteppe an, die nach Süden hin erst in eine Steppe, dann in eine Wüstensteppe übergeht, immer karger wird und schließlich ganz in eine Wüste, in die Gobi, endet. Die Abgeschiedenheit und Unzugänglichkeit des Landes bewirkte, daß eine reiche Tierwelt erhalten blieb.
 

Nationalfeiertage:

Der mongolische Nationalfeiertag ist der 11. Juli und heißt Naadam. An diesem Tag gedenkt man der Revolution von 1921, bei der die chinesische Besatzerarmee vertrieben wurde. Dies geschah allerdings um den Preis einer großen Abhängigkeit zur damaligen Sowjetunion.
Auch der 26. November ist Nationalfeiertag in der Mongolei. An diesem Tag wird der Gründung der Mongolischen Volksrepublik 1924 gedacht.
 

Geschichte der Mongolei:

Aufgrund der klimatischen Bedingungen mit ihren extremen Temperaturschwankungen ist die Mongolei mit wenigen Ausnahmen kein Land, in dem sich Ackerbau und ein damit verbundenes sesshaftes Leben entwickeln hätte können. Man konzentrierte sich auf die spezialisierte Viehzucht von Pferden und Schafen, die die Lebensgrundlage bildeten, alles andere stellte allenfalls einen Nebenerwerb dar. Aber mit Viehzucht konnte man keine großen Völker ernähren und folglich auch keine große Kultur hervorbringen. Die Nomaden Eurasiens wurden von ihren Nachbarn als Barbaren betrachtet.
Kleinere Zentren des Weizen- und Hirseanbaus gab es. Darüber hinaus wurden Ruinen von Städten der Samojeden und Uiguren im Gebiet von Tuwa an mehreren Stellen entdeckt. Auch im Ordos-Gebiet gab es unter chinesischem Einfluss kleinere Städte. Salz, Kohle, Gold und Silber wurden gelegentlich abgebaut. Ferner verfügte man über versklavte chinesische Handwerker zur Herstellung von Waffen und Webwaren.
Bis in die Neuzeit kannten die innerasiatischen Nomaden keine Grenzen. Sie waren aufgrund von weidewirtschaftlichen Erfordernissen zu ständigen Ortswechseln gezwungen. War die wirtschaftliche Situation aufgrund von Kälteeinbrüchen, Trockenheit oder zu großem Bevölkerungswachstum schlecht, schlossen sie sich zusammen und griffen die Nachbarländer an, um sich dort zusätzliche Nahrungsmittel, Weidegründe und Kulturgüter zu beschaffen. Die Nomaden lebten so in ständiger innerer Unruhe. Das Hauptziel der Stämme in der heutigen Mongolei, Mandschurei und an der Grenze zu Tibet war das reiche China. Wähnte man sich stark genug, so griff man das Land an. Erwies sich China als ein zu starker Gegenspieler, so wich man nach Westen und auf die Länder an der Seidenstraße aus.
Die Nomaden waren mit ihrer hochspezialisierten Nomadenwirtschaft auf den Handel zur Beschaffung fehlender Güter angewiesen, die sie wie viele Eisenwaren nicht selbst herstellen konnten. Deshalb schützten ihre Khane in aller Regel den Handel und die meist muslimischen Händler. Beschränkungen des Handels, wie sie von China im 15. und 16. Jahrhundert als politisches Druckmittel verwendet wurden, waren ein Kriegsgrund.
Im Laufe der Zeit wurden die mongolische Hochebene von verschiedenen bedeutenden Stämmen, wie den Hsiung-nu, Kök-Türken und den Mongolen beherrscht. Das Prinzip der Machtergreifung war immer das gleiche. Ein Fürst scharte Anhänger bunter Herkunft zusammen und versuchte so, seine eigenen Sippen besser unter seine Kontrolle zu bringen. Diese Leute legten sich Adelstitel zu und verfügten bald über eine eigene Dienerschaft und eigene Hirten. Der Fürst begann dann mit ihrer Hilfe die Nachbarstämme anzugreifen und furchtbar auszubeuten, bis ihm irgendein Umstand den Garaus machte.
Man muss hier deutlich zwischen der direkten Gefolgschaft eines Stammes-Häuptlings (Khan) und dem von diesen Leuten abhängigen "Volk" unterscheiden. Wurde die direkte Gefolgschaft des Khans besiegt, so lösten sich diese Stammes-Herrschaften auf. Der Namen des herrschenden Stammes war aber oft auf sämtliche vereinigte Stämme übertragen worden, auch wenn die Machthaber in den Wirren der Geschichte verschwanden. Die Historiker bemühen sich nun, die zahlreichen asiatischen Nomadenstämme nach gewissen sprachlichen, menschlichen, kulturellen und geschichtlichen Gesichtspunkten in Gruppen zu ordnen. Man unterscheidet sie so mehr oder minder begründet nach indogermanischer, hunnischer, türkischer, mongolischer, tibetischer oder tungusischer Herkunft.
Wir verzeichnen folgende Stammeskonföderationen als Herren der mongolischen Hochebene, die zum Teil gleichzeitig auch in China regierten. Besonders bemerkenswert ist dabei die mongolische Staatsgründung unter Dschingis Khan 1206, mit ihrem Gesetzbuch, der Jassa. Zum mongolischen Weltreich: Die eurasischen Eroberungen Dschingis Khans und seiner Nachfolger (vgl. Tamerlan) wurden erst in Ägypten gestoppt und waren von außerordentlichem Einfluss von China bis nach Europa.
Die Nomaden in der mongolischen Hochebene hingen meist dem Schamanismus an. Erst im 16. Jahrhundert konnte der tibetische Buddhismus unter Altan Khan und seinen Verwandten seinen Siegeszug antreten - auch wenn es vorher bereits vielfältige religiöse Kontakte zu Buddhisten, Moslems und nestorianischen Christen gab.
Mit der immer weiteren Ausdehnung der Zivilisation ging der Einfluss der nomadischen Lebensweise zurück und wurde zu einem historischen Anachronismus. Nach dem Untergang der chinesischen Mandschu-Dynastie begann 1911 die langwierige Bildung der modernen Mongolei, die Beseitigung des Feudalismus und der jahrhundertelangen Rückständigkeit.
Dabei löste sich die Äußere Mongolei gleichzeitig von China, da sich die aufständischen Khalka-Mongolen ohnehin nur der herrschenden Mandschu-Dynastie verpflichtet gefühlt hatten. In der Inneren Mongolei lagen die Dinge anders. Hier verfügten einflussreiche mongolische Adlige über Grundbesitz in China, speziell der Region von Peking, so dass die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen von Yuan Shikai blutig unterdrückt werden konnten. Und die Burjaten am Baikalsee gehörten längst zur russischen Einflusssphäre.
Die Khalka nominierten am 28. September 1911 den buddhistischen Lama r-Je-btsan-dam-pa unter dem Titel Bogd Gegeen als neues Staatsoberhaupt. Er sollte mit einer kurzen Unterbrechung bis zu seinem Tod 1924 das nominelle Staatsoberhaupt bleiben, unter dem blutigen baltischen Abenteurer Robert von Ungern-Sternberg (hinger. 1921) und seinen Kosaken 1920/21 ebenso wie den Kommunisten des Suche Bator/ Sukhbaatar (1921 - 1923). Inzwischen arbeitete die internationale Diplomatie, 1912 kam es zu einem russ.-chin. Abkommen über die Mongolei.
Analog dazu setzten sich 1912 3000-5000 Mongolen mit 1000 russischen Gewehren nach Chovd (Kobdo) in Marsch. Die Chinesen mußten abziehen, nur 580 von dort ansässigen 5000 Chinesen überlebten die Kämpfe und die anschließende Flucht. Gleichzeitig mit ihnen gingen der Mongolei die Arbeiter in den Goldbergwerken verloren und die Bauern für Gemüse, Mehl und Getreide da die Mongolen nicht den Willen und die Fähigkeiten hatten, sie zu ersetzen. Gleichzeitig wurden alle Schulden (ein drückendes Problem) bei Chinesen annulliert. Dieser Unabhängigkeits-Prozess setzte sich nach einem von Baron Sternberg beendeten chinesischen Zwischenspiel (1918/19) unter kommunistischen Vorzeichen und dem Einfluss der Sowjetunion fort (1921-24). Aufgrund der Unterstützung Sowjet-Russlands konnte die Mongolei bis heute ihre Unabhängigkeit gegenüber der ökonomisch und militärisch weit überlegenen Volksrepublik China behaupten ("Grenzzwischenfall" am Ussuri-Fluss 1968/69).

(Quellen: Wikipedia, MongoleiOnline.de)


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