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Tschukotka |
| Das
schönste Ende der Welt |
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Allgemeines:
Tschukotka ist eine im äußersten nordöstlichen Teil Russlands keilförmig herausragende Halbinsel zwischen dem Stillen Ozean und dem Nördlichen Eismeer. Die enge Beringstraße trennt sie von der Schwester und Nachbarin Alaska. Vor rund 30.000 Jahren waren sie verbunden, doch nachher haben Naturkräfte sie getrennt, aber auch jetzt scheint es, daß die Schwestern sich die Hand entgegenstrecken. Rauhe Meere umgeben Tschukotka, und rauh ist auch die Erde in Tschukotka. Der Name Tschukotka steht auch für eine Verwaltungseinheit Russlands, deren volle Bezeichnung “Tschuktschischer autonomer Kreis” lautet.
Tschukotka grenzt an Alaska und gehört paläographisch zur Beringzone. Der größte Teil dieser Zone befindet sich unter Wasser, während sie früher als Brücke Asien und Amerika verband.
Kultur und Geschichte:
Wann sich die ersten Menschen in der Tschukotka niederließen, ist nicht bekannt. Man nimmt an dass die Besiedlung unter rauhen Klimabedingungen erfolgte, als in Ostsibirien die letzte sogenannte “sartanische Eiszeit” herrschte. Das Leben spielte sich vorwiegend in der Tundrazone vor den Gletschern und in den Tälern zwischen den Gletschern ab. Hier wohnten damals Manmmutherden, wollige Nashörner und Auerochsen, deren Überreste heute noch von den Bewohnern Tschukotkas gefunden werden. Die Hauptbeschäftigung der eingeborenen Stämme bestand aus Jagd, Fischfang und Sammeln. Allmählich begann ein Teil der Völker (besonders die kontinentalen Tschuktschen) als Hirten Rentierzucht zu betreiben, andere (Eskimos und Küstentschuktschen) sich im Seewildtierfang versuchten.
Im 17.Jahrhundert kamen russische Erdumwanderer nach Tschukotka und ins Kolyma-Gebiet und machten der Steinzeit und der Abgeschiedenheit der eingeborenen Stämme eine Ende. Die Entfernung vom Ural zu den Küsten des Stillen Ozeans überwanden die Russen in nur 60 Jahren! Der Drang, neues Land zu besetzen, hatte viele Beweggründe, man wollte insbesondere einen großen Staat mit Zugang zu den Meeren schaffen. Die Tschuktschen, die Eingeborenen der Tschukotka, sind dafür berühmt, dass sie sich als einziges unter den nordischen Völkern Russlands nicht der zaristischen Jasak-Politik unterworfen haben. Der erfolgreiche bewaffnete Widerstand und Überfälle auf Siedlungen der russischen Kosaken zwangen den Zaren, auf die Gewaltpolitik zu verzichten.
Natur und Ökologie:
Den größten Teil von Tschukotka nehmen Bergketten, Hochländer und Hochebenen ein. Die Niederungen bestehen aus sumpfiger (Wald-)Tundra. Der südliche und westliche Teil des Gebietes wird durch den Fluss Kolyma begrenzt. Der größte Fluss in Tschukotka, der Anadyr, besitzt eine Vielzahl von Seen. Als bedeutendes Naturdenkmal gilt der mehr als 160 Meter tiefe See Elgygytgyn. Er soll sich aufgrund eines Meteoriteneinschlages gebildet haben. Es gibt auf Tschukotka auch mehrere erloschene Vulkane.
Das Wachstum ist dürftig: in der Tundra findet man Moose, Flechten, Riedgras, Gesträuche und Zwergbäume, in den Flusstälern und in den südlichen Teilen Tschukotkas wachsen Laubbäume, Birken und Pappeln. Die Tierwelt ist der rauhen Natur angepasst. In Tschukotka leben überwiegend Rentiere, Schnee-Berghammel, Schnee-und Braunbären, Polarwölfe, Vielfraße, Füchse, Zobel, Adler, Polarhühner, Auerhähne und im Sommer Kraniche, Gänse und Enten. In den Gewässern tummeln sich Walrosse, Seehunde, Robben, Walfische, Äschen, der sibirische Lachs und andere lachs- und karpfenartige Fische.
Klima / Wetter:
Der Winter dauert acht Monate. Das Klima ist rauh: an der Küste herrscht Meeresklima mit starken Winden, die oft in Schneestürme übergehen, im Festlandteil hingegen scharf kontinentales Klima. Im Winter erreicht die Lufttemperatur stellenweise bis -60°C, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 12°C. Der Nordteil des Gebietes befindet sich jenseits des Polarkreises, fast überall trifft man auf Dauerfrostboden.